Das Jubiläumskranzelreiten am 21. Mai 1972



Diesmal viel die Wahl durch ein Festkomitee auf Frl. Heidi Maier, Tochter des Gendarmerieinspektors in Ruhe Franz Maier und dessen Gattin Juliane. Heidemarie übernahm freudig die ehrenvolle und gewiß nicht leichte Aufgabe als Maibraut in dem Bewußtsein, bei der Hochhaltung alten Brauchtums mithelfen und mitwirken zu können.

Sie nahm sofort Reitunterricht, und damit alles möglichst alles echt wird, sprang das Stadttheater Klagenfurt mit Kostümen ein. Bereits am Pfingstsonntag versammelten sich 25 Reiter, die vom Besitzer Hans Hochsteiner vlg. Gorton als Träger der Marktfahne angeführt wurden, im „Herzelehof“ in Weitensfeld zum Ausritt nach Zweinitz. Im Schloß Thurnhof wurde nach Fanfarenklang eine Festproklamation verlesen. Karl Funder und seine Gemahlin empfingen die Kranzeljungfer und die Kranzelreiter festlich.

Am Pfingstmontag, dem Höhepunkt des Festes, erfolgte unter flotten Märschen die Einholung der Jungfrau. 24 begleiteten die weiß gekleidete Jungfrau, geschmückt mit einer roten Schärpe, auf dem Kopfe einen Kranz und auf dem linken Arm einen großen Schlüssel tragend, die elegant im Damensitz auf einem feurigen Rappen thronte, zur hölzernen Jungfrau, die man auch festlich geschmückt hatte. Bürgermeister Ferdinand Telsnig begrüßte alle Gäste, besonders alle Ehrengäste, an der Spitze Landeshauptmann Hans Sima, herzlich in Weitensfeld. Beim Wettritt war Gernot Hochsteiner vor Franz Hilzensauer und Günther Komaier der Schnellste.

 

Mit Spannung wurden nun die weiß gekleideten und mit einer roten Schärpe geschmückten Wettläufer erwartet. Werner Müller, der in den vergangen Jahren bereits zweimal Sieger war, siegte vor Franz Dörfler und Gerd Lassnig. Müller war über seinen Sieg sichtlich erfreut. Nach allen Seiten hin fröhlich winkend, schritt er zu der stehend auf in wartenden Maibraut, um Kuß und Schlüssel von ihr zu empfangen und sie dann zum Ehrentanz zu führen, an dem sich später dann auch die beiden anderen Läufer mit ihren Ehrenjungfrauen beteiligten. Heidi Maier knüpfte dann noch ein Erinnerungsband an die Gemeindefahne, wobei sie folgende Worte sprach:

 „Nehmt dieses Band als Dank aus meinen Händen, den Kranzelreitern und dem Heimatort zu Ehr will ich es spenden!“ Danach bestiegten Müller und Heidemarie Maier die bereitgestellten Pferde und, begleitet von Musik, Kranzelreitern und Zuschauern ritten sie zum Festplatz, wo es dann noch lange lustig herging.

Zu bemerken wäre noch, daß im Jahre 1947, nach den schrecklichen Kriegsjahren, der damalige Bürgermeister mit den Weitensfeldern ein außerordentliches Kranzelreiten mit einer lebenden Jungfrau veranstaltete. Die Ehrenjungfrau war Frl. Karoline Dörfler.

 Oberschulrat Volksschuldirektor Franz Pirker